Radikalisierung

Radikalisierung

Radikal ist, wer ein tiefempfundenes Verlangen nach soziopolitischen Veränderungen verspürt und Radikalisierung ein Prozess, die mit einer wachsenden Bereitschaft, weitreichende Veränderungen in der Gesellschaft zu verfolgen oder zu unterstützen, einhergeht.

Wir verstehen Jugendliche, die sich in der persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensbiographie, Identität und globalen Fragestellungen über Gott und die Welt“ von einem salafistischen Weltbild vereinnahmen lassen und sich oftmals aus einem Gerechtigkeitsempfinden heraus radikalisieren. Wir begreifen ihre Radikalität auch als Ablehnung von  bestehenden persönlichen oder gesellschaftlichen Lebensbedingungen. Der Salafismus bietet ihnen dabei die Möglichkeit, diese Haltung aktiv oder passiv zum Ausdruck zu bringen. Wir gehen davon aus, dass den meisten jungen Menschen die menschenverachtende Ideologie des Salafismus nicht bewusst ist, sondern vielmehr die als alternativ wahrgenommene salafistische Lebens- und Glaubenspraxis, die ihnen Zugehörigkeit, Anerkennung, Orientierung, Aufwertung der eigenen Gruppe, Wissen über den „wahren“ Islam und den „Einzug in das Paradies“ anbietet. Wir sehen aber auch in der (un)bewussten Unterstützung dieser Ideologie die reale Gefahr sowohl für junge Menschen als auch für unsere demokratische Gesellschaft, wenn ihnen in dieser salafistischen Lebenswelt Wege zu Gewalt und Terror aufgezeigt werden. Wir betrachten es daher als unsere zentrale Aufgabe junge Menschen, die im Begriff sind sich zu radikalisieren, über die Gefahren dieser menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Ideologie aufzuklären ohne dabei ihre Kritik am persönlichen oder gesellschaftlichen Leben sowie ihr Bedürfnis nach Religiösität auszublenden.